Apfelblüte in Südtirol - Das weiße Meer der Berge
12. März 2008Jedes Jahr im Frühjahr verwandelt sich die Gegend zwischen Meran und Glurns in ein weißes Blumenmeer: Es ist die Zeit der Apfelblüte im Vinschgau und im Meraner Land. In unzähligen Gärten und Plantagen sind die Bäume übersäht mit jenen zartrosa schimmernden weißen Blumen, die im Herbst als saftige Früchte nicht nur den Gaumen mit ihrem Aroma erfreuen.
Fotos: Gottfried Eder, Frieder Blickle
Zwei Prozent der weltweiten Apfelproduktion kommt aus Südtirol, 18.000 Hektar Obstgärten gibt es hier. Diese abstrakten Zahlen nehmen ganz konkrete, gar romantische Formen an, wenn man zwischen April und Mai zur Apfelblüte ins Meraner Land oder ins Vinschgau fährt. Denn dann hängen die fruchtigen Exportschlager mit so klangvollen Namen wie Golden Delicious, Jonagold oder Royal Gala noch als zarte Blüten am Baum und ermöglichen dem Besucher eindrucksvolle Spaziergänge oder Radtouren durch eine einzigartig malerische Landschaft.
Merans Umgebung – ein Meer an Apfelwiesen
Eine Radtour, bei der die Kamera zum Beispiel auf keinen Fall fehlen darf, ist der sogenannte Passer-Radweg, der entlang des gleichnamigen Flusses durch weitläufige Apfelwiesen in das Passeiertal führt. Die gemütliche Tour mit zahlreichen Ausblicken auf blühende Obstgärten startet in Meran. Die Wege sind gut ausgebaut, die Tour weist nur geringe Steigungen auf und ist bestens beschildert. Man fährt hier auf einer Strecke von 19 Kilometern entlang der Passer über Riffian, Saltaus und St. Martin bis nach St. Leonhard. Immer wieder legt man einen Stopp ein, um einzelne der zarten Blüten oder ihre Fülle als dichtes weißes Blumenmeer mit der Kamera einzufangen. Am Festplatz von St. Leonhard angekommen sollten geschichtlich Interessierte unbedingt einen Abstecher zum Sandhof, dem Geburtshaus des Tiroler Freiheitskämpfers Andreas Hofer, einlegen. Neben einem eindrucksvollen Museum gibt es hier auch eine Gaststätte, wo man sich am besten mit einem gespritzten Apfelsaft erfrischt, bevor man auf Schotterstraßen wieder hinab nach Meran radelt.
Wer sich dem Thema Apfel indes zu Fuß nähern will, dem sei der Themenlehrpfad Apfel ab Dorf Tirol nordöstlich von Meran empfohlen. Er ist ebenfalls gut beschildert, dauert rund zweieinhalb Stunden (4,5 km) und führt entlang malerischer Wege auf einem apfelreichen Rundgang durch und um das historische Dorf – imposante Blicke über das Etschtal inbegriffen
Dufterlebnis im Vinschgau
Lange Sonnentage und kühle Nächte hat auch das Vinschgau als ideale klimatische Voraussetzung für die Reifung der Äpfel zu bieten. Wer die Apfelblüte hier in voller Intensität erleben möchte, der sollte sich auf den Vinschger Radweg begeben. Diese Tour entlang der Etsch ist ein beschaulicher Genuss der besonderen Art: Denn man kann zwischen Meran und Mals immer wieder Teilstrecken mit der Vinschgerbahn zurücklegen, gemütlich vom Zug aus den Ausblick auf die einzigartige Kulturlandschaft genießen und an den Bahnhöfen stets bequem auf eines der Leihräder steigen, um die nächsten Streckenkilometer selbst zu erstrampeln. Der Weg führt vorbei an mittelalterlichen Dörfern, herrschaftlichen Burgen, durch Apfelwiesen und Obstplantagen, stets begleitet vom beruhigenden Rauschen des Flusses.
Wohltuende Apfelwellness
Dass Äpfel nicht nur eine Freude für Auge und Gaumen sind, das beweisen die zahlreichen Wellness-Anwendungen auf Apfelbasis, die seit einigen Jahren in Südtirol Hochkonjunktur haben. Da Äpfel wegen ihres hohen Zink-, Kalium- und Kalziumgehaltes den Knochen- und Zellenaufbau sowie die Gewebestraffung fördern, sind sie ein besonders effizientes natürliches Anti-Aging-Produkt. So bietet etwa die Therme Meran im Herzen der Stadt ein ganzes Paket unter dem Namen „Apfelzauber“ an, das ihre Gäste auf Feinste verwöhnt: Ein Peeling aus duftenden Apfelblüten oder eine Apfel-Honig-Lehmpackung sorgen für samtweiche Haut, während man bei einem entspannenden Bad in Apfelessenz ganz sicher alle Gedanken an einen hektischen Alltag hinter sich lässt. Auch zahlreiche Hotels oder gar Bauernhöfe bieten inzwischen Wohlfühlanwendungen rund um den gesunden Apfel an, während das Obstbaumuseum in Lana anschauliche Informationen zum Thema Apfel liefert. Und so kann man sich freuen, dass Südtirol Jahr um Jahr über 500.000 Tonnen der rotwangigen, goldgelben oder leuchtend grünen Früchte produziert, die seine Gäste im Frühling stets aufs Neue mit Duft und Schönheit betören.
Susanne Wess
ANREISE:
FLUG: Der nächstgelegene Flughafen ist Bozen. Es gibt hierher z.B. Charterflüge ab Hannover mit Air Alps ab 320 €; www.alpsflyreservation.com,
Tel: 0039-3492161373.
ZUG: Die Bahn fährt z.B. mehrmals täglich von München nach Meran (Fahrtdauer zw. 4,5 – 7 Stunden); Hin- und Rückfahrt ca. 127 €; Tel: 11 861; www.bahn.de.
UNTERKUNFT
Park Hotel Mignon, Meran, (Small Luxury Hotel of the World,
bietet Luxus-Apfelbehandlungen)
www.hotelmignon.com/; DZ ab ca. 120 € p.P.
Castel Fragsburg, Meran (bietet Melatherapie mit Apfel nach. Dr. Joseph an)
www.fragsburg.com; DZ ab 145 € p.P.
Oberhaslerhof, Schenna (mit schönem Bauern- und Apfelgarten)
www.oberhaslerhof.com, Ferienwohnung ab 42 € für 2 P.
Weitere Südtiroler Qualitätsbauernhöfe, die Übernachtungen sowie Apfelprodukte zum Verkauf anbieten unter: www.roterhahn.it
Wichtige Adressen für eine Reise zur Apfelblüte:
Vinschgerbahn: www.vinschgauerbahn.it (Eventcard für Tagesbahnfahrt Meran-Mals und Leihrad mit Sturzhelm: 14 € p.P.)
Obstbaummuseum, Lana: www.obstbaummuseum.it. Informationen rund um das Thema Apfel in Südtirol.
Therme Meran: www.thermemeran.it (Paket Apfelzauber: 179 €)
Tourismusbüro: www.suedtirol.info

